Warum Sportschule ?

Sportschule oder Verein..... ?

Mal ehrlich, würden Sie Ihr Kind in einem Krankheitsfall lieber zu einem Hobbyarzt schicken oder doch lieber gleich in ein Krankenhaus.....

Ich gebe zu, schon ein etwas weithergeholter Vergleich, aber nun mal die deutlichste Art um die Unterschiede von Anfang an klar aufzuzeigen. Ein Verein ist hobbyistisch gelenkt, eine Sportschule wird professionell betrieben.

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Es  gibt sicherlich viele sehr gute Kampfkunstlehrer in den örtlichen Vereinsangeboten und es gibt jede Menge tolle Kampfkunststile und die Durchführung des Trainings kann auch in Vereinen pädagogisch wertvoll, technisch einwandfrei und kraftkonditionell wirklich auf hohem Niveau sein. Bei dieser Darstellung geht um nichts mehr als um die vollständige Erfüllung der Grundvoraussetzungen, die eine reine für eine Kampfkunst ausgelegte Sportschule vielmehr erfüllen kann, als eine Vereinskampfkunst. Sie sind wesentlich um eine verantwortungsvolle und hochwertige Ausbildung bis zum Meistergrad zu gewährleisten.

Nachfolgend können Sie die aus der Logik der Sachverhalte selbsterklärenden und wesentlichen Unterschiede zwischen einer Kampfkunstschule und einem Kampfsportverein lesen.

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 Trainingsangebot                                                                                                                                                                               


Verein:  2-3 selten 4 x pro Woche nicht immer wählbar

wegen Teilung des Trainingsortes mit anderen Vereinsteilen oft stark zusammengefasste Stundenblöcke oft nur am Wochenende.

Sportschule:  5-6 x pro Woche frei wählbar.

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 Trainingsorganisation

Verein :  Oft zusammengefasste Gruppen. Spezifisches Training für Alter und Entwicklungsstände kaum möglich.

Sportschule:  Altersgruppen und Entwicklungsstände (Anfänger, Fortgeschr. etc) werden strikt getrennt. Ein optimal auf Alter und Entwicklungsstand abgestimmter Unterricht.

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 Trainingsgewährleistung                                                                                                                                                                       

Verein:  Trainingszeiten aufgrund jährl. Hallenneuverteilung oft wechselnd. Vereinsveranstaltungen lassen Stunden ausfallen oder verschieben. In Ferienzeiten oft kein Trainingsangebot .

Sportschule:  99 % Unterrichtsgewährleistung besteht für  Trainingszeit und Trainingsplatz.

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Preis-Leistungs-Verhältnis Angegebene Preise dienen hier nur als Orientierung und entsprechen keinem bekannten Angebot.

Verein: Beitrag: 70,- bis 120,- €  / Jahresmitgliedschaft                                                                                                    

Prüfungsgebühren: ca. 60,- bis 150,- € / Prüfung (ca. 2-3 Prüfungen/Jahr)
Material: bsp. Brett ca. 10,- bis 15,-  € / Stck. (ca. 3-6 Bretter/Jahr)
Lehrgänge: 50,- bis 100,- €/Lehrgang (ca 2-3 Jahr)

Gesamt mindestens ca. : 320,- € / Jahr

Sportschule: Beitrag: 550,- bis  600,- € / Jahresmitgliedschaft

Prüfungsgebühren: ca.20,- bis 30,- € / Prüfung (ca.2 Prüfungen/Jahr)
Material: keine Kosten
Lehrgänge: keine Kosten

Gesamt mindestens ca.:  590,- € / Jahr

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 Verantwortung

Verein: Ein Trainer verteilt Teile der Verantwortlichkeiten auf den Verein und  auf Funktionäre seiner Abteilung und des Vereins. Er trägt keine Finanzverantwortung.

Sportschule: Ein Schulleiter einer Kampfkunstschule trägt alleine die komplette Verantwortung. Existenziell betrachtet darf hier kein Fehler gemacht werden. Weder an den Mitgliedern selbst, noch an der Sportschule und der Kampfkunst ganz allgemein.

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 Graduierung und Karriere

Verein:  Trainer können nach einer Weile wechseln. Abteilungen ganz schließen. Damit ist immer auch die Karriere belastet. Oft ist eine Fixierung auf die „pokalträchtigsten“ Schüler gelegt. Die "anderen" Schüler die die Kampfkunst an sich erlernen wollen, werden oft weniger intensiv betreut .

Sportschule:   Schüler können sich auf einen regelmässigen und stabilen Karriereverlauf verlassen. Die Güte des Trainings ist immer auf den besten Möglichkeiten des Lehrers aufgebaut. Der Lehrer ist verpflichtet, neues hinzuzulernen um die Qualität seiner Arbeit aufrecht zu erhalten. Alle Schüler sind gleich intensiv  und nach individuellen Fähigkeiten zu unterrichten.

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 Prüfungsprozess

Verein:  Aus finanziellen Gründen werden Schüler oft zu früh zu den Prüfungen zugelassen. Ihr Können bzw. ihre geistige Reife ist noch nicht für ihr anstehendes Prüfungsniveau ausreichend. Der höher graduierte Schüler ist hier zwar auch stolz auf die Gürtelfarbe, aber oft dann sehr beschämt, wenn er auf Schüler niedriger Graduierung jedoch mit mehr Können trifft, welche zb. in Sportschulen ausgebildet wurden.

Sportschule:  Zu Prüfungen werden nur Schüler zugelassen, die das Prüfungsniveau das für sie ansteht beherrschen und eine gewisse geistige Reife aufweisen. Es gilt: ein 14 jähriger kann noch kein Meister einer Kampfkunst sein. Vielleicht körperlich schon sehr befähigt, aber geistig noch zu instabil. Die Stufen (Gürtelfarben) sind sehr gerecht verteilt. Jeder Höhergraduierte kann auch wirklich mehr als der darunter stehende. Stolz und Wertempfinden gegenüber einer Graduierung sind hier gerechtfertigt.

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 Lehrstätte (Dojang)

Verein:  Turnhalle

Sportschule:  Eine nur für diese Kampfkunst eingerichtete Lehrstätte. Eigene, sehr gepflegte Santäreinrichtungen (Duschen, Toiletten, Umkleiden). Ein Aufenthalts- und Geselligkeitsbereich dient der Gemeinschaftspflege.

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 Veranstaltungen / Events

Vereine und Sportschulen haben beide eine wohl sehr ähnliche Öffentlichkeitsarbeit. Vereine können hier auf Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln zurückgreifen.

 Motivation und Anerkennung

Vereine: Nur der „Turnierwinner“ kann sich durch seinen Pokal erinnern. Die jährlichen Prüfungsurkunden müssen für die anderen 19 Turnierteilnehmer als Erinnerung an ihre Kampfkunstchronologie genügen. Eine einfach aufgrund der eingeschränkten, finanziellen Möglichkeiten ist eine hier viel geringere Anerkennungs- bzw. Andenkensvergabe klar. 

Sportschule: Mitgliederbetreuung / Anerkennungen / Anerkennungsmedaillen, Erinnerungswimpel etc. werden hier als wichtiger Bestandteil der Mitgliederbetreuung angesehen. Sportschulen arbeiten bewusst gegen eine in unserer Gesellschaft stark vernachlässigte Belohnungsakzeptanz für Engagement und Vorbildlichkeit. Erinnerungen erhalten Nachhaltigkeit und werden mächtige und mit Stolz erfüllte Elemente der langjährigen Kampfkunstarbeit.  Sportschulen schaffen Bezug zu sich selbst und der Kampfkunst. Sie schaffen einen idealistischen Mehrwert und bieten zusätzliche Anreize.


 Gesamtfazit


Ein Vereinskampfsportangebot ist im Sinne des Preisverhältnisses die bessere Alternative. Doch schaut man hinter die Kulissen, so wird einem schnell bewußt was mehr Nachhaltigkeit besitzt. Sicher ist auf jeden Fall, das man sich sehr gut überlegen sollte wo man seine Verantwortung gegenüber seinem Kind sieht, bzw.  wo man seine eigene Kampfkunstentwicklung sehen möchte. Ich persönlich wechselte nach drei Jahren Vereinskampfsport 1988 in eine Sportschule und sage aus eigener Erfahrung heraus: Kampfkunst kann man nur erlernen, man kann sie nicht trainieren. Denn um sie wirklich beherrschen zu können, dafür lässt das Leben selbst nicht viel Zeit, wenn man sie aber einfach nur mal machen will, dafür langt natürlich auch weniger.

Ich hoffe ihnen  bei ihrer Wahl geholfen haben zu können. Für ihre richtige Entscheidung drücke ich ihnen ganz fest die Daumen, eines allerdings gebe ich Ihnen als Start mit auf den Weg. Schauen sie sich mehrere Anbieter an und vergleichen sie unbedingt. Nutzen sie mindestens ein Probetraining, am besten wäre es eine ganze Woche unverbindlich testen zu können.

Oliver Lehmann, Großmeister 5.DAN, Schulleitung